Besichtigung Lincoln Village

Am 25. August war es soweit: Ein Teil unserer munteren Truppe konnte, zusammen mit einer Vertreterin der BIMA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben), einige Häuser der Lincolnsiedlung begutachten. Dabei wurden ein paar erstaunliche Fakten zutage gefördert.

Zunächst zu den positiven Punkten.
Da wären die Heizungen, die dem deutschen Standard entsprechen. Als deutscher Standard gilt für uns eine Zentralheizung und einzelne Heizkörper mit Temperaturreglern in jedem Raum.
Alle Wohnungen haben mindestens ein Bad und eine separate Toilette. Zudem haben einige der Häuser Anbauten. Die Wohnungen dort verfügen über ein angebautes Zimmer mit einem zusätzlichen Bad sowie einen “Waschraum” für eine Waschmaschine und Trockner.
Sämtliche Wohnungen haben Einbauküchen mit genug Platz für einen Herd und Kühl-/ Gefrierschrank (mit US-Abmessungen, also deutlich breiter als bei uns).
Der letzte Block, der besichtigt wurde, hatte den besten Zustand und die Wohnungen dort wurden bereits umgebaut. Dieser Block gehört zu den drei nördlichsten Blöcken und soll auch nicht abgerissen werden. Eine Reihe von Wohnungen in diesem Block wurden vergrößert. Im mittleren Treppenhaus wurden auf jeden Stock zwei Wohnungen zusammengelegt (supergroße Küchen) zu einer. Davon wurde links und rechts je ein Teil abgetrennt und den Wohnungen nebenan zugeschlagen. So entstanden pro Stock zwei größere und eine sehr große Wohnung (138 qm).
Und nicht zuletzt: alle Wohnungen verfügen über eine Sprechanlage und alle Balkontüren über ein Fliegengitter.

Doch es ist nicht alles eitel Sonnenschein in Lincoln Village. So teilte uns die Frau von der BIMA mit, dass die Bodenbeläge in allen Dachgeschossen asbesthaltig wären. Zudem wies sie auch darauf hin, dass die Anschlüsse und Leitungen im Haus entsprechen (z.B. in punkto Durchmesser, Gewinde etc.) nicht den deutschen sondern den amerikanischen Normen entsprechen.
Wir selbst konnten bei der Besichtigung zudem feststellen, dass es trotz der Lärmschutzwand im Nordwesten der Lincolnsiedlung recht laut ist. Der Lärm rührt von der Karslruher Straße her.
Hinzu kommt, dass das Gelände derzeit noch komplett als Militärgelände ausgewiesen ist. Auch die Konversionsflächen, die später einmal als Wohngegend ausgewiesen sein sollen.Die BIMA-Vetreterin erklärte uns, dass das Konsequenzen bei einer Übernahme von Wohnblocks für zivile Bauzwecke habe: Es müsse erst ein Bauantrag gestellt werden. Und ein Bauantrag wiederum bedeute, dass die übernommene Liegenschaft an die aktuell gültigen Baustandards angepasst werden müssten.
Praktisch meint das: Jeder Block muss sofort energetisch saniert werden.

Der Besuch der Lincoln-Siedlung brachte also etwas frischen Wind rein. Wir haben nun eine weitaus bessere Vorstellung darüber, was uns erwartet und was noch alles anzupacken sei.

Warum Mietshäusersyndikat?

Das Mietshäusersyndikat ist ein bundesweiter Zusammenschluss von mehr als 50 bestehenden Hausprojekten und vielen anderen Projektinitiativen.
Alle im Alltag anfallenden Aufgaben unseres Projektes, wie Umbauten, Renovierungen, Ein- und Auszüge, Konflikte und Partys regeln die BewohnerInnen selbstverwaltet und nach ihren Bedürfnissen.

Die Häuser denen, die drin wohnen!

Darüberhinaus gibt es den Syndikatsverbund, in dem alle Projekte ideel und materiell zusammengehören:
Ideell, weil sie durch gegenseitige Hilfe und Beratung viele Problem besser lösen lassen.
Materiell, weil kein Projekt die bewohnte Immobilie alleine besitzt. Somit ist ein Wiederverkauf Spekulationsgewinn unmöglich, denn dies wird durch das Vetorecht des zweiten Gesellschafters, der MietshäusersyndikatsGmbH, verhindert.
Ausserdem wird gemeinsam in einen Solidarfond einbezahlt, so dass Projekten in Problemlagen unbürokratisch geholfen werden kann.

Hallo

Hier nun der Blog des Darmstädter Heinersyndikats.
Noch ganz simpel, ohne Bilder und Gestaltung, aber das kommt noch.
Wir sind eine Gruppe von Leuten, die sich für Wohnprojekte nach dem Mietshäusersyndikatsmodell interessieren und in Darmstadt auch aufbauen wollen.
Mehr dazu später in einer Selbstdarstellung.
Uns könnt Ihr demnächst am Rande einer Podiumsdiskussion der OB-Kanditaten zu den Konversionsflächen am 20.1.2011 in der Bessunger Knabenschule treffen.
Organisiert wird diese Veranstaltung von der IG LaK (Interessengemeinschaft Leben auf Konversionsflächen), in der auch wir aktiv mitarbeiten.
Bis bald

Anfragen an uns: DasHeinersyndikat (ät) gmx.de